Kritisches

Bezness in Tunesien Nicht weniger lästig können die Flirtversuche der einheimischen Männer sein. Wenn man als Frau Tunesien bereist, muss man schon ziemlich ignorant sein, um diese nicht zu bemerken. Ich bin weiblich und meine erste Reise nach Tunesien tat ich im zarten Alter von 21 Jahren; meine bis dato letzte Reise, als ich 34 Jahre alt war. Ich kann behaupten, auf diesem Gebiet so ziemlich alles Gute und Schlechte gesehen, erlebt oder gehört zu haben, was die ferieninduzierten interkulturellen Beziehungen zwischen Mann und Frau so hergeben. Es gibt einen großen Unterschied, aber auch einen fließenden Übergang zwischen einem harmlosen Ferienflirt mit ein bisschen Wehmut an dessen Ende und echtem Bezness. Gerade am Anfang einer solchen Sommerliebe sind viele Frauen davon überzeugt, dass sie alles, vor allem die eigenen Gefühle, im Griff haben und diesen Flirt nur als eben solchen sehen können. Eine Liebe für 2 Wochen, ein bisschen Spaß, Abwechslung und kribbelige Spannung. Manchmal funktioniert das auch. Am Ende des Urlaubes ein bisschen Herzschmerz, man hört noch 1-2 Mal voneinander, das wars. Echtes Bezness beginnt jedoch meist erst NACH dem ersten Urlaub. Doch was ist Bezness ? Der Begriff Bezness wird zurückgeführt auf den gleichnamigen Film des tunesischen Regisseurs Nouri Bouzid aus dem Jahr 1992. In dem Film geht es um Roufa, einen "Bezness" (abgeleitet von "Business"). So nennen sich die jungen Männer, die im Film "Beziehungen" zu Europäern eingehen und sich dadurch finanzielle Vorteile erhoffen. Bezness ist das Erschleichen von Geschenken, Geld oder einer Aufenthaltsgenehmigung in Europa durch das Vortäuschen von Liebesgefühlen. Der Weg zum Erfolg führt also über das Herz des Opfers. Das ist es, was Bezness so perfide und gleichzeitig so erfolgreich macht. Weder kann man
um
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die eigenen Gefühle beeinflussen, noch ist man fähig objektiv zu urteilen, wenn man verliebt ist (rosarote Brille). Der Betrug findet im engsten persönlichen Lebensbereich statt und ist deshalb bei seiner Aufdeckung zu dem Verlust von Geld immer auch ein schwerer persönlicher Schlag für die Opfer. Bezness gibt es jedoch nicht nur in Tunesien, sondern eigentlich in jedem Urlaubsland, welches durch niedrige Einkommen und relativ schlechte wirtschaftliche oder politische Verhältnisse geprägt ist. Besonders häufig ist Bezness in Ägypten, Kenia und der Türkei, aber auch in Thailand, Russland usw. zu finden. In Tunesien sind die Täter in der Regel männlich und die Opfer weiblich. Bezness funktioniert aber selbstverständlich auch im umgekehrten Fall. In Zeiten von Facebook & Co muss man nicht mal in das Ausland verreisen, Bezness kann Sie auch auf dem heimischen Sofa ereilen. Doch wie ist es möglich, dass sich aus einem harmlosen Urlaubs- oder Onlineflirt eine derartige persönliche Katastrophe entwickelt ? Warum gibt es Bezness ? Wie erkenne ich Bezness, wenn er vor mir steht ? Warum fallen intelligente, erwachsene Frauen auf diese Bübchen herein ? Wie kann ich Bezness verhindern ? Wie funktioniert Bezness ? Die erstmalige Kontaktaufnahme geht eigentlich so gut wie immer von dem Habibi aus. Diese erfolgt relativ geschickt. Man lässt den Kontakt je nach Bedarf entweder schüchtern, zufällig oder laut und protzig entstehen. Manche Kontakte werden auch erst am letzten Aufenthaltstag der Reisenden geknüpft weil man “sich vorher nicht getraut hat”, was jedoch in der Regel nicht zutreffend ist. Habibi hatte nur dann keine Lust, sich 14 Tage abzuplagen oder noch andere Opfer vor Ort. Im Internet entsteht der Kontakt naturgemäß rein zufällig. Es wird entweder ein Versehen vorgetäuscht oder ganz offen ein harmloser Kommunkationswunsch geäußert. Es geht das Gerücht, Bezness beträfe nur Frauen, die älter (35+) und nicht besonders attraktiv sind. Tatsächlich sind diese oft einfacher zu verführen, indem man sie glauben macht, ihr Äußeres entspräche dem Schönheitsideal im Orient oder es würde eine Frau gesucht, die reifer und weiser ist. Doch anders als viele Geschichten es aussehen lassen, sind junge, attraktive Frauen keineswegs schon deshalb vor Bezness geschützt. Im Gegenteil. Auch die sog. “Bezzis” schmücken sich gern mit “vorzeigbaren” Frauen, so dass Schönheit und/oder Jugend mit Sicherheit kein Ausschlusskriteritum sind. Häufig betrifft Bezness erstaunlicherweise noch eher jene Frauen, die von sich selbst behaupten, gut aussehend, jung (geblieben), unabhängig und mit beiden Beinen im Leben stehend zu sein. Opfer sind gar nicht so selten ausgerechnet diejenigen Frauen, die glauben, sie hätten die üblichen “Gigolo- Spielchen” schnell durchschaut und wären die letzten, die darauf hereinfallen würden. Der Bezzi hat also den ersten Kontakt geknüpft. Einer der Gründe, warum sich Frauen schnell auf diesen zuerst harmlosen Ferienflirt einlassen ist, dass sie sich zu diesem Zeitpunkt in Urlaubsstimmung befinden. Sie sind entspannter, reden und lachen mehr als zu Hause. Die moralischen Regeln werden gern mal außer Kraft gesetzt, schließlich  kennt einen dort niemand. Man muss keine Konsequenzen fürchten, lässt Fünfe  auch gern mal gerade sein. Absurderweise ist es ausgerechnet die Mischung aus vorgetäuscht kulturbedingter Schüchternheit und etwas zu aufdringlichem Charme, der die orientalischen Flirtweltmeister so anziehend macht. Das Fremde zieht magisch an. Gerade deshalb, weil sich ihr Balzverhalten so sehr von dem europäischer Männer unterscheidet, üben die Tunesier eine eigenartige Faszination auf die Damenwelt aus. Der Flirt ist das Salz in der Suppe und endet bestensfalls mit einem tränenreichen. wehmütigen Abschied und noch 1-2 Telefonaten nach der Heimkehr. Doch allzu oft wird der Kontakt zum Habibi mit der Urlaubsstimmung verknüpft, die erhalten werden will. Die täglichen Telefonate, Chats etc. sind die Verbindung zur leichten Sommerbrise, zur Unbeschwertheit des Urlaubes. Die Rückkehr in den Alltag fällt schwer, die alltäglichen Dinge scheinen mühsamer je intensiver der Urlaubseindruck war. Da gleicht die Verbindung zum Habibi einem Band, welches mit Tunesien verbindet. Irgendwann fällt zum ersten Mal das Wort “Liebe”. Manch ungeduldiger Habibi wartet damit nicht einmal bis zum Ende des ersten Urlaubes, was europäische Damen naturgemäß befremdet aber erstaunlicherweise dennoch zu der Frage bringt, ob er es nicht vielleicht doch ernst meint. So vergehen die Wochen und Monate nach dem Urlaub. Die Damen übernehmen meist (selbstverständlich!) die Kosten für die Telefonate, schicken Päckchen, Geschenke oder organisieren den Transport von 1 oder 2 kleinen Wünschen, welche Habibi geäußert hat. Je nach Finanzlage der Dame findet innerhalb des ersten Monats bis halben Jahres die Wiederkehr nach Tunesien statt, obwohl manche Frau auch an dieser Stelle schon die ersten Schulden macht. Nicht selten stehen die Frauen jetzt auf der Bestsellerliste der Telefonanbieter. Doch in Zeiten des auch in Tunesien offenen Internets und der Möglichkeit zu chatten, verliert das Telefon als Kostenfaktor an Wert. Wenn Habibi in dieser Zeit manchmal tage- oder gar wochenlang nicht erreichbar ist und selbst die Familie des Schmusis keine Auskunft über den Verbleib geben kann, ist dieser nicht wirklich verschollen, sondern hat einfach keine Lust auf Kontakt z.B. wegen des Vorhandenseins weiterer Geldquellen. Ich habe aber auch oft beobachtet, dass der Bezzi, wenn er z.B. im Hotel arbeitet, bei Telefonanrufen der Geliebten die lauteste Stelle am Platz aufsucht um dann leider das Telefonat wegen der Geräuschbelästigung unterbrechen zu müssen. Diese Signale sind für die Damen keineswegs unhörbar, werden aber dennoch permanent ignoriert, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Irgendwann steht also der nächste Besuch an in Tunesien und in der Vorplanung gibt es diverse Möglichkeiten der Übernachtung. Entweder bei der Familie, was in diesem Stadium nicht sehr häufig vorkommt, im gleichen Hotel oder in einer eigens dafür angemieteten (natürlich!) von der Frau bezahlten Ferienwohnung. Je nach Zeit und Lust des Habibis wird dieser Aufenthalt mehr oder weniger schön. Es haben auch schon Damen 2 Wochen allein in einer selbst bezahlten Ferienwohnung gesessen, während sich Momo, Kimo, Bobo (oder in Realname) Ayman, Karim oder Majdi mit einer weiteren Geldquelle vergnügt haben. Auch an diesen Stellen haben die Damen wieder die Möglichkeit aufzuwachen und manchmal schaffen sie den Absprung. Die Verbliebenen haben die Bezeichnung “Opfer” ab diesem Moment jedoch vielleicht nicht mehr verdient. Von diesen Aufenthalten folgt dann eine individuelle Anzahl. Die Dauer dieser Phase ist von dem Geldbeutel, sowie der Weigerungswilligkeit  der Damen und dem Durchhaltevermögen, bzw. der Überzeugungskraft des Habibis abhängig. Das (von außen betrachtet) Interessante ist, dass bei vielen Frauen Zweifel durchaus vorhanden sind, diese jedoch permanent weggewischt werden. Dafür gibt es diverse, auch tiefenpsychologische Gründe, die ich an dieser Stelle jedoch nicht aufdröseln will. Es wird Rat bei Freunden oder im Internet (zum Beispiel jetzt hier gerade?) gesucht, es werden von den Ratsuchenen Details preis gegeben, um herauszufinden ob ihre “Beziehung” auch Bezness ist. Die entlarvensten Hinweise werden jedoch ziemlich oft von den Damen selbst zurückgehalten; allein deshalb, weil sie schon ahnen, dass sie einem Bezzi zum Opfer gefallen sind, die Einsicht darin aber sehr schwer fällt. Dort gegebene Ratschläge werden eigentlich immer ignoriert, was die wirklich gut gemeinte Erfindung diverser Foren ad absurdum führt. Vor sich selbst zuzugeben, einem Betrug aufgesessen zu sein, scheint so schwierig zu sein, dass viele Frauen diese Geschichte lieber weiterlaufen lassen, als die Schmach des Gesichtsverlustes hinzunehmen. Oft haben Angehörige, Freunde und Bekannte schon häufig gewarnt, diese werden dann aus Scham in den weiteren Verlauf gar nicht mehr mit einbezogen. Es werden sogar Lügen erfunden, nur im die eigene, völlig menschliche Schwäche nicht zugeben zu müssen. Dieser Prozess kann sich über Jahre hinziehen. Es folgen in der Regel Versuche, den Habibi zu sich nach Hause einzuladen, was an der Visagesetzgebung vieler Staaten scheitert. Einzige Möglichkeit auf Dauer zusammen zu sein bleibt oft nur eine Heirat. Diesen Schritt zu gehen fällt je nach Charakter und emotionaler Abhängigkeit der Frau  unterschiedlich schwer. Diejeingen, die bis zu diesem Schritt den Absprung nicht geschafft haben, ist oft ein arbeitsloser, mies gelaunter, unbeschäftigter und kulturgetäuschter Habibi in Deutschland etc. vergönnt. Manche der Habibis nehmen die Geldbeschaffung jedoch auch sehr ernst, finden einen Job und arbeiten das ganze Jahr auf den einen Moment hin, an welchem sie sich, mögliche Kinder und das teure Auto mit hunderten Geschenken befüllt nach Süden verschiffen um es der Familie zu präsentieren. Manchmal, vielleicht nach vielen Jahren in Europa verschwimmt die Grenze zwischen Gewohnheit, Bezness und Liebe. Manchmal wird aus Bezness auch eine ganz gewöhnliche Ehe, Auseinander- oder Zusammenentwicklung der Partner, aber auch schockierende Trennungen mit Kindesentführungen ins Ausland oder gar Mord an der Ehefrau. Bezness hat viele Facetten. Es gibt keine 100% richtigen Kriterien, die Bezness ausschließen oder bestätigen. Weder das Alter, das Aussehen, der Ort, Zeitpunkt oder “Tathergang” sind einheitlich. Genau das macht es schwierig, Bezness zu erkennen. Doch bei allem Mitgefühl für die Opfer kann und darf nicht unerwähnt bleiben, dass diese ihr Schicksal auch selbst in der Hand haben. Wenn auch keine messbaren Faktoren existieren, so warnt doch häufig das “Bauchgefühl” die betrogenen Damen und doch folgen keine Konsequenzen in Form von Trennung. Da ja doch eine real existierende Chance (geschätzt 0,01 % !!!) besteht, dass es kein Bezness ist, können die Damen immer behaupten, dass es in ihrem Fall tatsächlich Liebe ist. Dieses Phänomen hat inzwischen sogar einen Namen. AMIGA-Syndrom wird es in “Fachkreisen” genannt. Das Wort setzt sich zusammen aus “Aber Meiner Ist Ganz Anders” und beschreibt die Wirkungsweise dieses Syndroms ziemlich genau. Mathematisch nicht erklärbar glauben 99 % der Frauen, dass ihr Habibi ganz anders ist und berufen sich dabei auf die oben genannte minimalste Chance auf echte Liebe. Dieses Syndrom führt dabei nicht nur zu finanziellen Verlusten, sondern gar nicht so selten greift es auch in das Leben Anderer ein. Manchmal hat die verliebte Frau nämlich auch einen festen Partner oder sogar Ehemann und/oder Kinder zu Hause, die mitunter vor eine äußerst schwierige Situation gestellt werden ohne in den Prozess wirklich eingreifen zu können. Und so kann am Ende ein so simples Wort wie “Bezness” ganze Familien zerstören. Gemessen an der Gesamtflirtanzahl ist jedoch die Quote von Bezness mit Katastrophen-Ende Gott sei Dank ziemlich gering. Jede Besucherin sei aber dennoch deutlich gewarnt, denn schnell passiert ist auch weniger großes, aber dennoch fühlbares Unheil.
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