Kosmetik

Haut und Haar

Henna & Harkous

Hennabemalung hat auch in Tunesien eine jahrhundertelange Tradition. Vor allem zu festlichen Anlässen wie Hochzeiten schmücken sich die Frauen mit wunderschönen Ornamenten in allen nur denkbaren Formen. Überwiegend in ländlichen Gegenden und im Süden Tunesiens zieren rot gefärbte Handflächen und Fußsohlen die Körper der Frauen. Henna soll vor dem “bösen Blick” schützen und tatsächlich wird diesem Pulver eine antiseptische Wirkung nachgesagt.

Harkousmalerei im Souk

Die Bemalung mit Henna wird von der so genannten “Hennana” oder talentierten Mitgliedern der Familie vorgenommen und ist eine langwierige Angelegenheit. Für einen intensiven Farbton muss die Paste mindestens 6 Stunden einwirken. Die rote Farbe entsteht durch Fermentation, die durch das Vermischen des Hennapulvers mit warmem Wasser in Gang gesetzt wird. Henna wird auch für das Färben von Haaren oder sogar Wolle und Seide benutzt. Daneben werden Henna auch kühlende und schweißhemmende Eigenschaften nachgesagt. 

Harkous ist eine sehr dunkle Art der Körperbemalung. Die Farbe wird in einem sehr langwierigen und komplizierten Verfahren hergestellt. Wie bei der Hennabemalung sind bei der Harkousmalerei der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Wichtiger Hinweis!

Schwarzes Henna gibt es nicht!

Da der im Henna enthaltene Farbstoff Lawson nicht in der Anlage 3 der Kosmetikverordnung aufgeführt ist, darf Hennapaste zum Färben der Haut für gewerbsmäßige Zwecke in Deutschland weder hergestellt noch vertrieben oder verwendet werden.

Hennaprodukte dürfen ausschließlich als Haarfärbemittel verkauft werden.
Da jedoch bei Haarfärbemitteln Zusatzstoffe erlaubt sind, die für die Verwendung auf der Haut absolut schädlich sein können, rate ich von der Verwendung von Haarfärbemitteln für die Körperbemalung dringend ab!

Besonders das “schwarze Henna” enthält in der Regel die chemische Farbsubstanz PPD (Phenylendiamin), welches beim Kontakt mit der Haut schwerste allergische Reaktionen hervorrufen kann.

Um Henna dunkelbraun bis schwarz werden zu lassen, wird in Tunesien mitunter sogar Benzin unter die Paste gemischt. Natürliches Henna kann nur rote Farben (orange bis braun-rot) erzeugen!

Fragen Sie also auch im Urlaub in Tunesien bevor Sie sich ein “Henna-Tattoo” machen lassen nach den Inhaltsstoffen der Farbe. Schwarz färbt nur Harkous, welches sehr aufwendig hergestellt wird und deshalb sehr teuer ist. Jeder seriöse “Hennamaler” wird Ihnen die Inhaltsstoffe nennen können und wollen.
Lieber ein wenig mehr Geld investieren und dafür mit “heiler Haut” nach Hause fliegen!

Rezept Hennapaste
Hennapulver

Das Grundrezept für die Herstellung der Hennapaste ist recht simpel.
Hennapulver und lauwarmes Wasser werden zu einem Brei vermischt, der ungefähr die Konsistenz von Tomatenmark oder Senf haben soll. Er darf nicht zu flüssig sein, weil sonst die Paste auf der Haut verläuft und nicht zu fest, weil sie sich sonst nicht gut auftragen lässt.

Die Zugabe von weiteren Zutaten ist möglich und soll im Einzelnen folgende Effekte erzielen:

  •  Zitronensaft soll den PH-Wert der Paste senken, damit die Farbe von der Haut besser aufgenommen werden kann und damit die Intensität der Farbe gesteigert wird
  • anstatt mit Wasser kann man die Paste auch mit starkem Kaffee oder schwarzem Tee anrühren, das sorgt dafür, dass die spätere Farbe möglichst dunkel wird
  • Nelkenöl soll ebenfalls dunkler färben, wobei man hier jedoch darauf achten muss nicht zuviel zu nehmen, da Nelkenöl sehr scharf ist und die Haut reizen kann
  • Rosenöl gibt der Paste einen schönen Geruch und machen Sie geschmeidiger
    Anmischen der Paste
  • Eukalyptusöl hat den gleichen Effekt, soll aber zusätzlich noch für eine dunklere Farbe sorgen
  • Honig oder Zuckerwasser sorgt ebenfalls für mehr Geschmeidigkeit und hilft, dass die Paste besser auf der Haut hält.

Von der Zugabe von Benzin um schwarzes Henna herzustellen rate ich dringend ab, da es sowohl für die Haut als auch für die Atemwege absolut gesundheitsschädlich ist !!

Anwendung

Die fertige Paste wird abgedeckt (damit die Paste nicht austrocknet) und für mindestens 2-12 Stunden an einem zimmerwarmen Ort stehen gelassen, damit die Fermentation beginnen kann.

Vor dem Auftragen sollte man die Haut gut waschen, damit diese möglichst fettfrei ist.
Für das Erstellen der Muster gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder

Fertige Paste

man arbeitet mit Schablonen, die man selbst herstellen oder fertig kaufen kann oder man trägt die Paste mittels einer Spritze (z.B. aus der Apotheke oder selbst gebastelt aus einer Plastiktüte) auf.
Beim Auftragen mit der Spritze sollte die Paste vor der Anwendung noch einmal durchgesiebt werden (am besten durch einen alten Nylonstrumpf) damit etwaige Pflanzenreste die Öffnung der Spritze nicht verstopfen.
Nach dem Auftragen kann man die Paste noch einmal vorsichtig mit einer Mischung aus Zitronensaft und Zucker einpinseln, damit diese nicht austrocknet (je nach Einwirkzeit ist es ratsam, diesen Vorgang zu wiederholen).

Am Ende wird die Malerei mit Watte abgedeckt und sorgsam mit Tüchern oder alten Kleidungsstücken eingewickelt. Mindestens 6 Stunden soll die Paste auf der Haut bleiben, damit sich eine schöne Farbe entwickeln kann.

Nach dem Einwirken wird die Paste vorsichtig abgebröckelt oder mit Öl abgewischt (nicht mit Wasser abwaschen).

In den folgenden Stunden dunkelt die Farbe noch nach und das endgültige Ergebnis ist wird sichtbar.

Henna für die Haare
Getrocknete Hennablätter

Neben der Körperbemalung eignet sich Henna auch hervorragend zum Färben der Haare.

Auch dabei muss man beachten, dass Henna nur rot färben kann.
Blonde Haare sollten deshalb nur mit Henna gefärbt werden, wenn man ein leuchtendes Orange erzeugen möchte 😉

Hell- und dunkelbraunes Haar lässt die rote Farbe am intensivsten erscheinen. Schwarze Haare erhalten lediglich einen rötlichen Schimmer.
Mit Henna gefärbte Haare erhalten einen besonders schönen Glanz. Außerdem wirkt Henna auf der Kopfhaut gerade im Sommer angenehm kühlend.

Anwendung

Hennapulver mit warmen Wasser (oder auch schwarzem Tee oder Kaffee oder Rotwein) anrühren und ca. 1 Stunde ruhen lassen.

Da Henna bei manchen Menschen das Haar austrocknet empfiehlt es sich, Olivenöl und/oder 1 Ei beizumengen.

Nun wird die Paste strähnchenweise auf das Haar aufgetragen und soll dann 30 Minuten bis mehrere Stunden einwirken. Danach ausspülen. Je länger das Henna einwirkt, umso länger hält es danach auch. Bei manchen Menschen hält die Farbe dauerhaft.

Da Henna auch die Haut und Textilien färbt, sollte man Handschuhe tragen und sich vorher am Haaransatz gut eincremen um ein Abfärben zu vermeiden.

Weitere Informationen

“Henna”farbe, die im Handel angeboten wird und schwarz, braun oder gar blond färbt, ist mit Sicherheit kein reines Naturprodukt. In der Regel ist nur ein verschwindend kleiner Teil des Produktes tatsächlich Henna, alles andere sind die üblichen chemischen Farbstoffe und Bleichmittel.

“Neutrales” Henna ist kein richtiges Henna sondern ein Pulver aus den Blättern des Strauches “Cassia obovata”. Als Kosmetikprodukt ist es dennoch gut geeignet, weil es die Haare wunderbar pflegt, geschmeidig und glänzend macht.

Rezept Harkous
Harkousmalerei

Harkous ist eine schwarze, sehr zähe Flüssigkeit, die ca. 8 Wochen auf der Haut bleibt.
Mit Harkous werden filigrane Arbeiten vorgenommen, wie Blumenmuster oder feine klassisch-geometrische Verzierungen.
Die Herstellung ist sehr aufwendig und verlangt sehr genaues Arbeiten. Man kann Harkous in Tunesien bei den Hennanas (Henna-Künstlerinnen) auch kaufen, hat dann aber nie die Gewissheit was sich darin befindet.
Für ca. 10 ml bezahlt man 10-15 TND. Allerdings hat jede Familie auch ihr eigenes Rezept.

Rezept

Zutaten (jeweils ungefähr 1 Teelöffel):

  •  Puur -Weihrauchmischung aus Tunesien
  • reiner Weihrauch
  • Jami (Kohle)
  • Nelken
  • Afes (große Wacholderkugeln, in Deutschland nicht erhältlich)
  • Swag, gelbes, stark färbendes Kraut
  • Hadida, Schiefergestein (Farbe wie Ocker)
  • 1 Harkousgefäß

Zubereitung:

Alles, bis auf das Kraut,  grob zerkleinern und in das Gefäß geben. Das Kraut einweichen und tropfenweise auf den Deckel des Gefäßes geben, mit dem Hadida so lange verreiben bis der Deckel mit einer gelben zähen Schicht bedeckt ist.
Den Deckel auf das Gefäß geben und mit nassem Brot abdichten.
Auf Feuerstelle oder Herd setzen. ca. eine halbe Stunde alles verkohlen lassen. Den Deckel nicht abnehmen!
Das Gefäß vom Feuer nehmen und etwas abkühlen lassen.
Den Deckel abnehmen.
Am Deckel hat sich jetzt eine schwarze ölige Schicht abgesetzt. Die mit ein wenig Rosenöl (1-2 Tropfen) vermengen und evtl. in Fläschchen umfüllen.
Sonst gleich verarbeiten und direkt auf die Haut auftragen.

Ich wünsche viel Erfolg und Spaß!


Kosmetik mit Olivenöl

Olivenöl

Olivenöl ist nicht nur gesund und schmeckt gut, sondern ist auch als kosmetisches Produkt außerordentlich wirkungsvoll.
Es wirkt pflegend,
entzündungshemmend sowie reizlindernd.
In Tunesien werden Olivenöle von sehr guter Qualität erzeugt. Leider sind diese auf dem deutschen Markt kaum erhältlich.

Seife aus aus den Kernen der Olive soll eine positive Wirkung bei Neurodermitis haben. Sogar Wäsche kann man damit waschen, wenn eine Allergie gegenüber unseren heimischen Waschmitteln oder Zusätzen besteht.
Ein Tee aus den
Blättern des Olivenbaumes soll außerdem beruhigend sein und Menopausenbeschwerden lindern können.

Olivenöl ist nicht nur gesund und schmeckt gut, sondern ist auch als kosmetisches Produkt außerordentlich wirkungsvoll.
Es wirkt pflegend,
entzündungshemmend sowie reizlindernd.
In Tunesien werden Olivenöle von sehr guter Qualität erzeugt. Leider sind diese auf dem deutschen Markt kaum erhältlich.

Seife aus aus den Kernen der Olive soll eine positive Wirkung bei Neurodermitis haben. Sogar Wäsche kann man damit waschen, wenn eine Allergie gegenüber unseren heimischen Waschmitteln oder Zusätzen besteht.
Ein Tee aus den
Blättern des Olivenbaumes soll außerdem beruhigend sein und Menopausenbeschwerden lindern können.

Duschpeeling

Grobes Meersalz (oder handelsübliches Speisesalz) mit Olivenöl vermischen, so dass ein streichfähiger Brei entsteht und unter der Dusche mit kreisenden Bewegungen auf der Haut verteilen.
Die Salzkörner entfernen abgestorbene Hautpartikel und Schmutz, gleichzeitig versorgt es die Haut mit Nährstoffen.
Das Öl pflegt die Haut und macht sie weich und geschmeidig.

Anschließend gut abspülen.

Die Haut bleibt so ca. 2-3 Tage samtweich.

Dieses Peeling bitte nicht im Gesicht anwenden, da die Gesichtshaut zu empfindlich ist!

Zarte Hände

300 ml Buttermilch und 3 Esslöffel Olivenöl miteinander verrühren und anschließend erwärmen. Danach die Hände ca. 5 Minuten darin baden.

Das macht die Hände wunderbar weich und samtig.

Kur für die Haare

Olivenöl mit 1 Ei vermengen und in die Haare einmassieren.
Ungefähr eine Stunde einwirken lassen und danach die Haare wie gewohnt waschen.
Man kann das Olivenöl auch pur auf den Haaren verteilen und in ganz schweren Fällen über Nacht einwirken lassen (anschließend empfiehlt sich bei Fettflecken Waschbenzin ein entsprechender Fleckenlöser).

Badezusatz

Einen halben Becher Sahne mit gut 5-8 EL Olivenöl erwärmen und dabei vermischen.
Für einen entspannenden Duft können auch noch ein paar Tropfen des Lieblingsduftöles dazugegeben werden(aber bitte sparsam, da ätherische Öle in hoher Konzentration die Haut reizen).
In das einlaufende Wasser geben und eintauchen..
Nach dem Bad die Wanne gründlich abspülen, da ansonsten Rutschgefahr besteht.

Pflege für raue Ellenbogen und Knie

1 EL Olivenöl mit 1 EL Honig vermischen und ein paar Tropfen Zitronensaft hinzufügen.

Die Mischung auf den gewünschten Stellen verteilen und mindestens 10 Minuten einwirken lassen, anschließend abspülen.


Halawa – Enthaaren auf arabisch

Zutaten für Halawa

Die Frauen in Tunesien legen sehr großen Wert auf einen gepflegten Körper.
Dazu gehört in jedem Fall auch die Enthaarung.
Es gibt in Tunesien mehrere Methoden der Haarentfernung. Die einfachste und am weitesten verbreitete Methode ist die Entfernung mit Halawa. Diese zähe Masse wird nur aus natürlichen Rohstoffen hergestellt.
Die Enthaarung funktioniert wie die Enthaarung mit Wachs, soll jedoch nicht ganz so schmerzhaft sein, da Halawa nur auf den Haaren, nicht jedoch auf der Haut festklebt.

Rezept Halawa

200 gr. Zucker und der Saft einer großen Zitrone werden vermischt und in einem Topf zum Kochen gebracht.
Der Zucker karamellisiert und es entsteht eine zähflüssige Masse.
Die Halawa ist fertig, wenn die Farbe goldgelb ist und die Konsistenz der von Honig gleicht.
Hier muss man ein wenig probieren, da bei der richtigen Konsistenz die Halawa noch zu heiß sein kann und wenn sie weiter angekühlt, zu fest wird.
Eine zu feste Masse kann man mit einigen Tropfen Olivenöl retten.
Um auszuprobieren, ob die Halawa die richtige Konsistenz hat, kann man einen Löffel davon auf ein Stück Küchenpapier geben und abkühlen lassen. Der Herd sollte nicht zu heiß sein, da sonst die Gefahr besteht, dass die Halawa schnell verbrennt.

Vor dem Auftragen die Halawa auf dem Handrücken ausprobieren, da die große Gefahr von Verbrennungen besteht!

Die fertige Masse wird (nicht zu dick) in Wuchsrichtung auf die zu enthaarende Stelle gestrichen und dann mit einem Stoffstreifen abgedeckt. Nach den Abkühlen wird der Streifen (entgegen der Wuchsrichtung) abgezogen. Die Haut ist danach sehr empfindlich. Es hilft eine kühlende Creme z.B. mit Aloe Vera oder eine Gurkenscheibe.

Der Stoffstreifen kann wiederverwendet werden, da sich die Zuckermasse ganz einfach auswaschen lässt.