Warum Tunesien?

Warum ausgerechnet Tunesien?

Warum Tunesien?

Diese Frage bekomme ich so oft gestellt, dass ich irgendwann aufgehört habe zu zählen.
Hand auf´s Herz, es hätte wahrscheinlich auch jedes andere Land dieser Welt sein können.

Kleines bis mittelschweres ABER…

Tunesien war nun einmal das Ziel der allerersten Pauschalreise dieses kleinen Ossimädchens, so mit fliegen und allem.

Als ich damals an der Tür des Fliegers auf dem Flughafen Monastir stand und wenig später in einem Mini-Shuttle-Bus zum Hotel gebracht wurde, ist mir etwas passiert, was andere Reisende auch beschrieben haben.

Ich hatte das Gefühl “nach Hause” gekommen zu sein und das 2000 Kilometer entfernt vom Heimathafen.

Die Erinnerung an meine ersten Eindrücke, direkt beim Aussteigen aus dem Flugzeug, ist sehr klar.
Es war unbeschreiblich warm, die Luft war sehr feucht und roch nach Kerosin und intensiv nach Meer.
Im Bus auf dem Weg zum Hotel waren die Fenster offen und der Fahrtwind blies diesen schäbigen Vorhang immer wieder in mein Gesicht, so dass meine Erinnerung an diese ersten Fahrminuten ziemlich undeutlich ist. Was ich aber noch ganz genau weiß ist, dass ich Salz auf den Lippen schmeckte.
Ich lebe zwar am Meer, aber unseres ist eben nicht so salzig.

Diese erste Woche verging wie im Flug, was habe ich geheult bei der Abfahrt.  😉

Zwei Jahre später war ich wieder da.. und habe, da ärgere ich mich heute noch, zwei Wochen lang auf einer Liege herumgelegen (das Buch “Eine Billion Dollar” kann ich übrigens nur empfehlen). Dass die Qualität eines Urlaubes sehr von den Mitreisenden abhängt, habe ich damals verstanden (sorry).

Umso schöner und intensiver wurden alle nachfolgenden Aufenthalte mit meiner Familie.

Was mich aber bei all den Reisen immer verwundert hat, war, wie sehr sich die Eindrücke und das Verhalten anderer Reisender von meinen unterschieden haben. Jeder Mensch ist anders, klar, aber mich bedrückte die mehr oder weniger unterschwellige Verständnislosigkeit und Anspruchshaltung mancher Gäste.
So wurden oft Dinge kritisiert, die -Tschuldigung- mit nur einem kleinen Perspektivwechsel gar nicht als Problem aufgekommen wären.

Als mir im Jahr 2007 die völlig absurde Idee kam, eine eigene Internetseite speziell über Tunesien zu basteln, war das Angebot an Informationen im Netz noch nicht so riesig wie heutzutage. Wenn man nach Tunesien reisen wollte, kaufte man sich einen Reiseführer, las vielleicht im (damals noch recht kleinen) Forum eines Reiseportals oder in der Broschüre des Reisebüros.
Viel mehr gab es nicht.
Mit dem Thema Tunesien ist es so eine Sache. Es ist ein winziges Land in Nordafrika, das vor allem für preiswerte Pauschalreisen bekannt ist. Die größte Gruppe Tunesieninteressierter bestand damals (und auch heute noch) aus Damen, die eine wie auch immer geartete Beziehung zu einem -männlichen- Tunesier pflegen.
Natürlich halte ich den Austausch über solcherlei Erfahrungen für legitim und wichtig, dennoch deckte sich mein Interesse an diesem Land mit denen dieser Damen nur in Randbereichen.
Ich versuchte ein eigenes Forum zu gründen. Dieser Versuch scheiterte jedoch kläglich an mangelndem Interesse an allen Themen außerhalb von Liebe und Beziehung.

Wie man auch an dieser Seite wieder sieht, verfüge ich über ein nicht gerade kleines Maß an Sendungsbewusstsein. Die Idee, länderspezifische Informationen über eine schlichte Internetseite an „normale“ Touristen zu bringen, gefiel mir deshalb sehr.

So begann ich den wohl zweitarbeitsintensivsten Job, den ich im Leben hatte.
Jetzt, 11 Jahre, eine Revolution, zwei Designs und unzählige Hits später freue ich mich noch immer über jeden Besucher, den ich überzeugen konnte etwas über den Rand der Sonnenliege hinaus zu schauen.

Deshalb… Tunesien 😉